Derbe Biker Boots – Der klassische Schnürstiefel – Dr.Martens und Co
Ein Stiefel, im Englischen “Boot” genannt, ist ein Schuh mit einem Schaft, der mindestens bis über den Fußknöchel reicht. Bereits 15.000 Jahre v. Chr. wurde von Jägern eine stiefelähnliche Bekleidung getragen, die als zusätzlicher mechanischer und thermischer Schutz der Beine diente.
In erster Linie war es also die Schutzfunktion, die den Stiefel für Jäger, Soldaten, Wanderer oder Bergsteiger genauso unverzichtbar machte, wie als Sicherheitsstiefel im beruflichen Einsatz. Dabei wurden früher meist feste Lederstiefel verwendet, die robust und wasserdicht waren und eine schwere, rutschfeste Laufsohle besaßen. Dementsprechend waren sie natürlich nicht sehr bequem und der Tragekomfort ließ zu wünschen übrig.
- Entstehung des Dr. Martens Stiefels
Das sollte sich jedoch nach Ende des 2. Weltkrieges ändern. Auslöser war ein Skiunfall des deutschen Militärarztes Dr. Klaus Martens, bei dem er sich einen Fuß gebrochen hatte. Um wegen der Schmerzen nicht in den unbequemen Armeestiefeln laufen zu müssen, fertigte er für einen Schuh mit einer luftgepolsterten Sohle. Nachdem er seinen ehemaligen Studienkollegen Herbert Funck von diesem Prototyp überzeugt hatte, wurden sie Partner und begannen 1947, diese Schuhe in größerem Umfang zu produzieren. Anfangs verwendeten sie dafür weggeworfenes Gummi der deutschen Luftwaffe und Kleidungsstücke aus Armeebeständen. Diese praktischen und bequemen Schuhe wurden sehr schnell populär und die 1952 in München gegründete Fabrik fertigte schließlich 200 verschiedene Varianten. Hauptabnehmer waren damals übrigens Hausfrauen.
Nach einer Werbeanzeige in einem englischen Schuhmagazin begeisterte sich der englische Schuhfabrikant Bill Griggs für diese Idee. Er erwarb die Lizenz für die Luftpolstersohle und am 01. April 1960 gingen die Schuhe in neuem Design in die Produktion: strapazierfähige Arbeitsstiefel mit Lederkappe über den Zehen, gelbem Nähfaden, der bis heute das Markenzeichen ist, der Sohle “Air Wair” und acht Löchern für die Schnürung. Die Dr. Martens, häufig auch als Docs oder Doc Martens bezeichnet, begannen ihren Aufstieg. Der bequeme, strapazierfähige Schürstiefel war wasserdicht und unempfindlich gegen Öl, Benzin oder Säuren. Zuerst wurde er vor allem von Soldaten, Postboten, Fabrikarbeitern und Transport-Gewerkschaften gekauft. Anfang der 60er Jahre entdeckten die Skinheads diese Marke und später nahmen die verschiedensten Jugendbewegungen die Docs in ihren Bekleidungsstil auf. Farben, Formen und Design änderten sich, aber der charakteristische gelbe Nähfaden ist geblieben.
Dr. Martens erlangten einen Kultstatus und wurden zum Symbol einer sich auflehnenden Jugendkultur. Vom zweckgebundenen Arbeitsschuh entwickelten sich die Docs seit den 80er Jahren zu einem universellen Modeaccessoire und wurden auch zunehmend von Frauen getragen. New-Wave-Musiker, wie Cyndi Lauper machten eine Mode populär, die einen starken Kontrast zwischen weiblichen und männlichen Symbolen darstellte. Sie trug die festen Dr. Martens-Stiefel zum glitterbesetzten Minirock und eine MTV-Übertragung verbreitete diesen Trend. Neue Designs mit floralen Mustern, Spitzeneinsätzen und aktuellen Modefarben wurden entwickelt.
Geschäftlich gab es Höhen und Tiefen, zeitweise wurden die DocMartens sogar in Asien produziert. Seit 2007 gibt es mit der “Vintage Collection” wieder Dr. Martens-Schuhe, made in England und als Trendschuh für Damen und Herren in vielen Formen und Farben gehören sie zu einem stylischen Outfit unbedingt dazu.
Hier gibts die Bikerstiefel und Co.